Grieskirchen im Zeichen des Hakenkreuzes

Rechte Wogen radikaler Veränderung schwappen 1933 und 1934 vom Deutschen Reich auch nach Oberösterreich über, wo innerhalb kurzer Zeit NSDAP Ortsgruppen wie Schwammerl aus dem modrigen Unterholz eines krisengebeutelten und in Selbstzweifel versunkenen Landes sprießen, welches sich verzweifelt dagegen wehrt in das Tausendjährige Deutsche Reich eines machtgeilen Neo-Reichkanzlers Adolf Hitler eingesogen zu werden.

So mancher Grieskirchner blickt mit Sehnsucht, Neid oder Hass über die bayrische Grenze, wo sich unter gebrüllten Reden eines in Oberösterreich geborenen Diktators, ein tausendjähriges Deutsches Reich aus der „Schmach von Versailles“ erhebt. Im Februar 1933 erreicht die Weltwirtschaftskrise in Österreich ihren Höhepunkt, 600.000 Leute sind ohne Arbeit. Die „deutsche Sehnsucht“ ist erwacht und mit ihr die Hoffnung durch einen Anschluss an das „Dritte Reich“ alle Sorgen und Nöte eines Staates, den viele als „ideologische Missgeburt“ empfinden, durch eine „ordentliche Beschäftigungspolitik“ zu lösen.

Schon früh begeistern sich auch in der Grieskirchner Heimat junge Leute für den Nationalsozialismus. 1929 veranstaltet die Hitler Jugend Grieskirchen einen dreitägigen Aufmarsch mit öffentlichen Veranstaltungen. Am 13. September stimmt man abends am deutschnationalen Stammtisch im Gasthaus Ruhland biergeschwängert deutsche Lieder an, tags darauf wird mit Feuerwerk und Tanz auf der Turnwiese des deutsch-völkischen Turnvereines Grieskirchen gefeiert. Höhepunkt am nächsten Tag ist der feierliche...

2 Veröffentlicht von - Meinbezirk.at - 2018.02.13. 16:54
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