Grenzgänger in Tirol

Im Kampf mit Finanzwachleuten in einem Schmugglernest .

In den 1960er Jahren suchte die Finanzlandesdirektion Tirol in anderen Bundesländern nach Personal für den Dienst in der Tiroler Zollwache; die Einheimischen suchten sich Jobs in der Tourismusindustrie. Doch schon um 1900 kamen Exekutivbeamte aus Ostösterreich zum Einsatz. Das Land hat einen sehr langen Grenzverlauf an der Nordgrenze gegenüber Deutschland und an der Südgrenze gegenüber Italien, dazu kommt noch ein Stück Schweizer Grenze zum Engadin, in deren Nähe auch das Dorf Nauders liegt. Der Übergang in die Schweiz geht entlang des Inns. Nach Italien gelangt man über ein ehemaliges Moorgebiet südlich des Nauderer Schlosses; der Übergang heißt seit alters her „das Fuhrmannsloch“. In dieser Gegend finden sich verborgene Schmugglerpfade, wo in kargen Zeiten die Gewerbetreibenden sich mit Transport von geschwärztem Kaffee ihr Angebot aufstockten. Umgekehrt trieben die einheimischen Bauern illegal Vieh über grenzüberschreitende Saumpfade nach Italien, wo sie höhere Preise für ihre Tiere erzielten. Der Schmuggel war sehr gefährlich, dabei ging es manchmal um Leben und Tod, weshalb man keinesfalls Ortsbewohner zur Grenzüberwachung einsetzte. Nicht selten kam es Anschlägen auf die Exekutive, wie nachstehender Tatsachenbericht erzählt:

„Die aus Nauders gebürtigen Bauernsöhne Josef Waldegger und Johann Moriggl hatten sich am vergangenen Mittwoch vor dem...

2 Veröffentlicht von - Meinbezirk.at - 2018.02.13. 18:18
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